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Schon gewusst?

Mentale Gesundheit am Arbeitsplatz stärken: Was Unternehmen tun können

Im Durchschnitt fallen Mitarbeitende wegen einer psychischen Erkrankung 28 Tage aus. Die Zahlen sind eindeutig, die Folgen auch: hohe Fluktuation, geringere Produktivität und Burnout. Was können Unternehmen tun, um Mitarbeitende (gesund) zu halten?
Zwei Frauen begrüßen sich herzlich in einem modern eingerichteten Raum, wobei eine rothaarige Frau in beigem Oberteil lächelnd ihre Gesprächspartnerin in orangefarbener Kleidung die Hand auf die Schulter legt.

Mentale Gesundheit ist zu einem zentralen Thema der modernen Arbeitswelt geworden. Kaum ein Unternehmen verzichtet heute auf Angebote wie Obstkörbe, Yoga-Kurse oder Achtsamkeits-Apps. Doch während das Bewusstsein scheinbar wächst, bleibt der Effekt vieler Maßnahmen begrenzt. Aktuelle Studien zeigen deutlich: Solange strukturelle Belastungen bestehen bleiben, können niedrigschwellige Angebote die psychische Gesundheit kaum nachhaltig verbessern. 

Stress ist kein Randphänomen 

Stress gehört für viele Beschäftigte längst zum Arbeitsalltag. Eine repräsentative Umfrage der Krankenkasse KKH zeigt, dass sich fast die Hälfte der Berufstätigen in Deutschland im Job häufig oder sehr häufig unter Druck fühlt. 28 Prozent der Befragten berichten von häufigem Stress, weitere 15 Prozent von sehr häufigem. Die Folgen sind spürbar: Mehr als ein Viertel der Erwerbstätigen ist aufgrund von Druck und Belastung bereits einmal im Berufsleben ausgefallen. 

Wenn psychische Belastung zu Fehlzeiten führt 

Psychische Erkrankungen verursachen zwar nicht die meisten Krankmeldungen, aber die längsten. In Deutschland fehlten Beschäftigte 2023 im Durchschnitt 28 Tage pro Krankheitsfall aufgrund psychischer Erkrankungen. Das sind deutlich mehr Krankheitstage als bei körperlichen Ursachen. Gleichzeitig sind psychische Erkrankungen mittlerweile für rund 42 Prozent aller Erwerbsminderungsrenten verantwortlich.  

Hinzu kommt eine hohe Dunkelziffer: Acht von zehn Beschäftigten sprechen am Arbeitsplatz nicht offen über psychische Probleme. Die Folge sind stille Ausfälle, Produktivitätsverluste und sogenannte Präsentismus-Effekte, also Anwesenheit trotz eingeschränkter Leistungsfähigkeit. 

Glückliche Mitarbeitende als Erfolgsfaktor 

Mentale Belastung zeigt sich nicht nur in Krankmeldungen, sondern auch in verminderter Leistungsfähigkeit. Umgekehrt zeigt sich: Gute mentale Gesundheit geht mit höherem Engagement, mehr Energie und deutlich besserer Leistung einher. Studien belegen, dass Beschäftigte mit stabilem psychischem Wohlbefinden produktiver arbeiten und sich deutlich stärker mit ihrer Tätigkeit verbunden fühlen.  

Unternehmenskultur: Schutz- oder Risikofaktor? 

Die Bedeutung der Unternehmenskultur wird als Einflussfaktor für die mentale Gesundheit häufig unterschätzt. Mehr als die Hälfte der Mitarbeitenden bewertet sie jedoch als wichtiger als das Gehalt. Unternehmen mit einer positiven und starken Kultur erzielen bis zu viermal höhere Umsätze, während in toxischen Arbeitsumfeldern die Fluktuationsrate um fast 50 Prozent steigt. 

Betriebliches Gesundheitsmanagement bei NEW

Gesundheit am Arbeitsplatz bedeutet bei der NEW mehr als einzelne Extras: Flexible Lösungen für die Vereinbarkeit von Job und Familie, Angebote für körperliche und mentale Gesundheit sowie gemeinsame Aktivitäten, die Verbindung und Austausch im Team stärken, gehören fest dazu. So entstehen Arbeitsbedingungen, die im Alltag entlasten und langfristig guttun. 

Mehr Informationen zu den Benefits gibt es hier

Was hilft wirklich gegen mentale Belastung am Arbeitsplatz? 

Die groß angelegte deutsche Panelstudie „Mentale Gesundheit bei der Arbeit“ (S-MGA) untersucht seit über einem Jahrzehnt den Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und psychischer Gesundheit. Ihre Ergebnisse zeigen: Entscheidend sind vor allem Arbeitsmenge, Zeitdruck, Entscheidungsspielräume, soziale Unterstützung und Anerkennung. 

Besonders relevant ist der Nachweis von Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen: Hohe Anforderungen bei gleichzeitig geringen Möglichkeiten, etwas zu bewegen, erhöhen das Risiko für Burnout und depressive Symptome deutlich. Umgekehrt wirken Autonomie, Fairness und klare Rollen als Schutzfaktoren für die mentale Gesundheit von Mitarbeitenden. 

Auch die Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kommen zu einem klaren Fazit: Einzelmaßnahmen wie Yoga oder Achtsamkeit können unterstützend wirken, ersetzen aber keine organisatorischen Veränderungen.  

Selbstwirksamkeit stärkt mentale Gesundheit 

Selbstwirksamkeit stärkt nachweislich das Selbstbewusstsein von Menschen. Mitarbeitende, die erleben, dass sie Einfluss auf ihre Arbeitssituation haben, sind nachweislich weniger belastet und motivierter. Entscheidungsspielräume, Mitgestaltung und transparente Prozesse fördern das Gefühl von Kontrolle. 

Resilienz ist trainierbar 

Mentale Stärke entsteht nicht zufällig, sondern kann gezielt aufgebaut werden. Trainings zu Resilienz, Stresskompetenz und mentaler Fitness helfen Mitarbeitenden, auch unter Druck handlungsfähig zu bleiben und Veränderungen besser zu bewältigen. 

Psychologische Sicherheit schafft Stabilität 

Teams, in denen offen gesprochen, gefragt und auch Fehler gemacht werden dürfen, sind belastbarer und lernfähiger. Psychologische Sicherheit fördert Vertrauen, reduziert Angst und wirkt präventiv gegen mentale Erschöpfung. 

Regeneration ist Voraussetzung für Leistungsfähigkeit 

Dauerhafte Leistungsfähigkeit entsteht nicht durch permanente Verfügbarkeit, sondern durch Erholung. Planbare Arbeitszeiten, Pausen und klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit erhöhen Konzentration, Kreativität und langfristige Motivation

Sinn, Klarheit und Orientierung entlasten 

Wer den Sinn der eigenen Arbeit versteht und weiß, was erwartet wird, erlebt weniger Stress. Klare Rollen, transparente Ziele und ein gemeinsames Verständnis von Purpose wirken stabilisierend – besonders in dynamischen Zeiten. 

Soziale Verbundenheit schützt vor Überlastung 

Gute Beziehungen im Team sind einer der stärksten Schutzfaktoren für mentale Gesundheit. Austausch, Unterstützung und Gemeinschaft reduzieren Stress und fördern Zugehörigkeit – auch in anspruchsvollen Phasen. 

Führung entscheidet über Wohlbefinden 

Ein besonders großer Hebel liegt bei Führungskräften. 69 Prozent der Mitarbeitenden geben an, dass ihre direkte Führungskraft den größten Einfluss auf ihre mentale Gesundheit hat. Gleichzeitig fühlt sich nur ein Sechstel ausreichend durch sie unterstützt.  

Empathische Führung wirkt nachweislich stabilisierend: Teams mit empathischen Führungskräften sind innovativer, engagierter und leistungsfähiger. Unternehmen, die Führungskräfte gezielt im Umgang mit mentaler Gesundheit schulen, berichten von deutlich höherer Zufriedenheit und Bindung der Mitarbeitenden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt solche Schulungen ausdrücklich als Maßnahme, die nachweislich einen positiven Einfluss hat. 

Strukturen schlagen Symbolik 

Obstkorb, Yoga und Meditations-App sind nicht falsch, aber sie sind unzureichend, wenn hohe Arbeitsbelastung, Unsicherheit und ständige Erreichbarkeit zur Normalität werden. Mentale Gesundheit lässt sich nicht kompensieren, sondern muss aktiv gestaltet werden. 

Dazu gehören realistische Zielsetzungen, planbare Arbeitszeiten, klare Verantwortlichkeiten, gute Führung und eine Kultur, in der Belastung thematisiert werden darf, ohne negative Konsequenzen zu befürchten. Die Forschung zeigt eindeutig: Psychisches Wohlbefinden ist kein „privates“ Thema, sondern sollte auch den Arbeitgebenden am Herzen liegen. 

 


Bei der NEW wird Betriebliches Gesundheitsmanagement ganzheitlich gedacht: von mentaler und körperlicher Gesundheit bis hin zu Teamspirit und gemeinschaftlichen Angeboten. Die Auszeichnung mit dem Corporate Health Award 2025 bestätigt, dass dieser Ansatz funktioniert. 

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