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Industriehalle mit rot-blauer Beleuchtung, in der ein großer Lastwagen steht. Im Vordergrund sind zwei Personen in Arbeitskleidung zu sehen.

Abwasserentsorgung durch die NEW

Abwasserentsorgung durch die NEW

Abwasser ist unsere Stärke

Für die meisten Menschen ist es Alltag: Sie drehen den Wasserhahn auf und verbrauchtes Wasser läuft in den Ausguss. Sie betätigen die Toilettenspülung und das Wasser nimmt seinen Weg oder es regnet und das Wasser von Dach- und Straßenflächen verschwindet.

Wir kümmern uns um Ihr Abwasser

Die NEW betreibt das öffentliche Kanalnetz mit den dazugehörigen Abwasseranlagen im Auftrag der Städte Mönchengladbach und Viersen. Außerdem sammeln und leiten wir häusliches sowie industrielles Schmutz- und Niederschlagswasser zu den Kläranlagen Neuwerk und Dülken des Niersverbandes, wo die Abwasserreinigung erfolgt. Entwässerungssysteme stellen in aller Regel den größten Vermögenswert einer Kommune dar. Sie liegen jedoch - überwiegend vor der Öffentlichkeit verborgen - im Untergrund.

Unsere Aufgaben

Mit dem Abwasserbeseitigungskonzept legen die Kommunen in NRW nach § 46 (1) Nummer 6 des Landeswassergesetzes (LWG) eine Übersicht über den Stand der Maßnahmen zur Beseitigung von Abwasser vor. Zusätzlich wird die zeitliche Abfolge zukünftig geplanter Maßnahmen sowie auch deren geschätzter Kosten dargelegt. Das Abwasserbeseitigungskonzept muss in regelmäßigen Abständen den Bezirksregierungen vorgelegt werden. Es gibt einen Überblick darüber, welche Maßnahmen nötig sind und welche bereits umgesetzt bzw. verworfen wurden, um nach wasserrechtlichen Anforderungen Abwasser abzuleiten.

Für die Dimensionierung von bestehenden und geplanten Kanalnetzen – Größe der Rohre und Bauwerke – werden hydrodynamische Berechnungen durchgeführt. Dabei spielen zum Beispiel Regen, der Versiegelungsgrad, die Neigung des Geländes oder die Erweiterung des Kanalnetzes entsprechend der städtebaulichen Entwicklung (zum Beispiel Neubaugebiete) eine wichtige Rolle. Die Ergebnisse in einem Generalentwässerungsplan (GEP) zeigen, welche Rohre im Kanalnetz zu klein sind und hydraulisch saniert, also vergrößert werden müssen. Ergebnis des GEP's ist ein Maßnahmenkonzept, das einen ordnungsgemäßen Betrieb sicherstellt, erforderliche Sanierungs-und Neubaumaßnahmen darstellt und eine vorausschauende Haushaltsplanung und den Werterhalt des Entwässerungssystems gewährleistet.

Ein Kanalnetz unterliegt, bedingt durch die Eigenschaften des Abwassers, einem ständigen Verfall der Substanz. Die NEW erhält wirtschaftlich und technisch das Kanalnetz und erweitert es. Diese Aufgaben erfordern eine vorausschauende Planung von Abwasserkanälen, Bauwerken sowie die Koordination mit den Versorgungsunternehmen und den Straßenbaulastträgern. Zum Erhalt eines Kanalnetzes gehören auch die Reparatur und Renovierung der vorhandenen öffentlichen Kanäle.

Die NEW plant nicht nur im Auftrag der Stadt Kanalbaumaßnahmen, sondern begleitet mit ihrem Fachpersonal die geplanten Kanalbaumaßnahmen vom ersten Spatenstich bis zur Inbetriebnahme. Dabei reichen die Kanalbaumaßnahmen vom Auswechseln eines einzelnen Rohres bis hin zum Bau ganzer Kanalnetze mit den verschiedensten „Bauverfahren“.

Zum Erschließen von Baugebieten gehört auch die Erweiterung des Kanalnetzes. Ein Erschließungsgebiet wird durch die Bauleitplanung (§§ 5–7 BauGB) der Städte Mönchengladbach und Viersen rechtskräftig festgesetzt. Im Rahmen der Bauleitplanung plant die NEW die notwendigen öffentlichen Abwasserkanäle und Bauwerke im Auftrag der Städte Mönchengladbach und Viersen.

Ein Gewässer und dessen natürliches Gefüge kann nachhaltig durch die Einleitung von Niederschlagswasser beeinträchtigt werden. Dabei kann einmal die Qualität des Niederschlagswasser von zum Beispiel Straßen, Dächern oder Hofflächen der Grund sein und andererseits die Quantität an den Einleitungsstellen. Ziel von Gewässerschutzmaßnahmen ist also eine Reduktion des stofflichen Eintrages sowie der Einleitung gewässerschädigender Mengen an Niederschlagswasser in ein Fließgewässer. Hierzu plant und baut die NEW Niederschlagswasserbehandlungsanlagen wie beispielsweise Regenklärbecken oder Rückhaltebecken. Zusätzlich werden durch die naturnahe Gestaltung der Gewässer (zum Beispiel Renaturierung Bungtbach) entsprechende Retentionsräume am beziehungsweise im Gewässer geschaffen.

Planung und Bau

Unsere Abteilung „Planung und Bau“ kümmert sich um Erhalt, Erweiterung und Sanierung des öffentlichen Kanalnetzes der Städte Mönchengladbach und Viersen.

Bauverfahren im Überblick

Wenn Kanalsanierungsverfahren, wie die Kanalreparatur oder Kanalrenovierung, technisch nicht anwendbar oder unwirtschaftlich sind oder das Entwässerungsnetz erweitert werden soll, muss ein neuer Kanal verlegt werden. 

Der konventionelle und altbewährte Weg ist die sogenannte „offene Bauweise“. Auch heute mit immer neuen Techniken und Einschränkungen, wie zum Beispiel die immer höher werdende Verkehrsdichte, ist der Kanalbau in offener Bauweise meist die beste technische und wirtschaftliche Möglichkeit, das Entwässerungsnetz zu erneuern und zu erweitern.  

Für den Kanalbau in offener Bauweise wird abschnittsweise ein Graben für die Rohrverlegung ausgehoben. Um die Baugrube vor dem Einsturz oder eindringendem Grundwasser zu schützen, sichern wir den Graben durch einen Verbau. Für diesen Zweck gibt es je nach Anforderung die verschiedensten Verbauarten, worunter zum Beispiel Spundwandbohlen oder Trägerbohlwände fallen. 

Nachdem die Rohre verlegt und die Bauwerke im offenen Graben erstellt wurden, füllen wir diesen wieder auf. Der Boden wird lagenweise verdichtet, damit die wiederhergestellte Straßenoberfläche später nicht absacken kann. Zum Schluss stellen wir dann die Straße wieder her. 

Gründe für den Kanalbau in offener Bauweise: 

  • Vorhandene Kanalisation weist massive Schäden auf, sodass eine Reparatur unwirtschaftlich ist und die beschädigten Haltungen ausgewechselt werden müssen, 

  • die angeschlossene Bebauung hat sich vergrößert und die vorhandene Kanalisation muss hydraulisch angepasst werden, 

  • ein neues öffentliches Kanalisationssystem ist notwendig, da ein neues Baugebiet erschlossen wird.

In der heutigen Zeit werden Straßen nicht nur über die immer stärkere Verkehrsbelastung beansprucht, sondern auch Ver- und Entsorgungsleitungen teilen sich aufgrund ihrer steigenden Vielfalt den begrenzten unterirdischen Raum. Diese Tatsache erfordert immer neue Techniken und Möglichkeiten, um Baumaßnahmen überhaupt noch durchführen zu können. Deshalb bauen wir eine Vielzahl von Entwässerungsanlagen im Verborgenen, tief unter der Erde mit speziellen Verfahren und Maschinen. So können wir das Entwässerungsnetz erweitern und erneuern und müssen nur bedingt in den Straßenkörper von oben eingreifen. 

Bei der geschlossenen Bauweise erfolgt der Rohreinbau im Wesentlichen unterirdisch und es wird nur punktuell über Start- und Zielbaugruben eine Öffnung an der Straßenoberfläche erforderlich. Für den unterirdischen Bau einer Kanalisation wenden wir zwei Verfahren an: 

  • unterirdischer Rohrvortrieb 

  • Stollenbauweise (Stollenvortrieb)  

Beim Rohrvortrieb bohren wir mit Tunnelbohrmaschinen einen Tunnel, den wir direkt mit Kanalrohren auskleiden. Der Abraum wird dann durch das bereits hergestellte Rohrsystem über Förderbänder oder Loren in die Startgrube gebracht und von dort aus abgefahren. Bei der Stollenbauweise graben wir händisch im Untergrund und schaffen so ein Tunnelsystem, das wir mit Holz- und Stahlkonstruktionen stützen. Nach der Fertigstellung der Tunnel verlegen wir die Kanalrohre unterirdisch. Den verbleibenden Hohlraum zwischen Kanalrohr und Tunnelwand verfüllen wir komplett mit einem Spezialbeton.

Wie bei einem Auto muss der Kanal in gewissen Abständen zum „TÜV“. Bei dieser TÜV-Prüfung fahren wir mithilfe von Spezialkameras durch den Kanal und erfassen so den Zustand. Die Zustandserfassung und Auswertung erfolgen nach festen vorgegeben Kriterien. Stellen wir fest, dass die Schäden über lange Strecken in einem Kanalrohr bestehen, es aber der Zustand der Grundsubstanz zulässt, ist es oft die technisch beste und wirtschaftlichste Lösung, den Kanal zu renovieren. 

Bei der Renovierung wird das Altrohr mit einem sog. Liner (Kunststoff-Innenbeschichtung) ausgekleidet und so "neuwertig" renoviert. Diese Art der Kanalsanierung ist vergleichbar mit dem Neubau und reduziert gegenüber dem Kanalbau in offener Bauweise: 

  • Straßenaufbruch,  

  • Verkehrsbehinderung,  

  • Bauzeit. 

Mit dieser Technik können wir kostengünstig die Substanz der Abwasserkanäle erhalten. Schadensbilder, die durch eine Kanalrenovierung behoben werden können, sind beispielsweise lange und breite Risse, fehlende Rohrelemente oder eine hohe Anzahl hintereinander liegender defekter Muffen (Rohrverbindungen). Hierfür werden in der Regel folgende Verfahren eingesetzt: 

  • Glasfaserschläuche (UV-Lichthärtend), 

  • Synthesefaserschläuche (Warmhärtend). 

Das häufigste Verfahren bei uns sind die Glasfaserschläuche. Bei diesem Verfahren wird das mit Harz getränkte Trägermaterial (Glasfasern) in den alten Kanal eingezogen, mit Luft aufgeblasen und mittels UV-Licht ausgehärtet. Somit entsteht eine formschlüssige und enganliegende Auskleidung des Rohres, welches für die nächsten Jahrzehnte wieder im Einsatz ist.

Stellen wir fest, dass die Schäden im Kanal nur örtlich begrenzt sind, ist es oft die technisch beste und wirtschaftlichste Lösung, diese Stellen mit ferngesteuerten Robotern zu reparieren. Ähnlich wie bei einem Zahnarzt, wird in diesem Fall gebohrt und in die Löcher Füllungen eingesetzt. 

Wir erhalten das Entwässerungsnetz wirtschaftlich und greifen dabei so wenig wie möglich in den Straßenverkehrsraum ein. Daher werden Kanalabschnitte, in denen nur örtlich begrenzte Schäden bestehen, durch Robotertechnik und andere Spezialgeräte punktuell repariert. Diese Art der Kanalsanierung reduziert gegenüber dem Kanalbau in offener Bauweise: 

  • Straßenaufbruch,  

  • Verkehrsbehinderung,  

  • Bauzeit. 

Mit dieser Technik können wir kostengünstig die Substanz der Abwasserkanäle erhalten

Schadensbilder, die durch eine Kanalreparatur behoben werden können, sind beispielsweise Risse, Löcher oder Wurzeleinwüchse. Hierfür setzen wir in der Regel folgende Verfahren ein: 

  • Roboter mit Bohraufsatz (Fräsen), 

  • Injektionsverfahren (mit Druck pressen), 

  • Spachtelverfahren. 

Nachdem eine Schadstelle mit dem Bohrer bearbeitet wurde, werden dann über eine Injektion oder das Spachtelverfahren, umweltverträgliche Zwei-Komponenten-Epoxidharze eingesetzt, die das fehlende Rohrstück ersetzen oder das defekte Rohr mit dem umliegenden Boden an der Schadstelle stabilisieren. Diese Verfahren können von einem Werkstattwagen aus gesteuert und durchgeführt werden.

Betrieb Kanalnetz und Gewässerunterhaltung

Luftaufnahme eines Saug- und Spülfahrzeuges mit zwei Kollegen an einem Kanalschacht

Betrieb Kanalnetz

Die NEW sorgt für die störungsfreie Ableitung der Abwässer aus den Stadtgebieten Mönchengladbach und Viersen – und das an 365 Tagen im Jahr. 

Wir kümmern uns um: 

  • Kanal- und Sinkkastenreinigung, 

  • Kanalzustandsuntersuchungen,  

  • bauliche Unterhaltung.

Gewässerunterhaltung bei der NEW

Renaturierung Bungtbach nach der Maßnahme.

Ableiten und Sammeln von Regenwasser

Die NEW leitet Regenwasser aus den Stadtgebieten Mönchengladbach und Viersen in offene Gewässer ab: 

  • Flüsse rund um Mönchengladbach: Niers, Gladbach, Bungtbach und Knippertzbach, 

  • Flüsse rund um Viersen: Nette, Hammer Bach, Heimer Graben und weitere kleinere Gewässer.

Mehr zum Thema Abwasser

v.l.n.r.: Felix Heinrichs, Oberbürgermeister der Stadt MG; Frank Kindervatter, Vorstandsvorsitzender der NEW; Stefanie Wiedemann, Geschäftsleitung der Wiedemann enviro tec GmbH; Viktor Haase, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes NRW
E-Mobilität

Die NEW arbeitet auch im Bereich Kanalreinigung an nachhaltigen Lösungen und setzt mit dem „Super 1000“ der Firma Wiedemann enviro tec als erstes Unternehmen ein vollelektrisches Fahrzeug ein.

Durch ein  Rohr abfließendes Regenwasser unter einem Pfad in einem Wald
REGENWASSERBEWIRTSCHAFTUNG

Wir führen das Niederschlagswasser dem natürlichen Wasserkreislauf zu und verbessern so das Stadtklima.

Eine Frau steht an einer Mauer im Garten, mit einem Gartenschlauch in der linken Hand. An der Mauer ist ein Gartenwasserzähler der NEW. Auf der Wiese ist ein Wassersprenger.
GARTENWASSER

Für Grundstücke in Mönchengladbach und Viersen können Sie sich einen zusätzlichen Zähler für die Gartenbewässerung installieren lassen.

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SATZUNGEN

Hier finden Sie aufgeteilt nach Entsorgungsgebiet alle Satzungen zum Thema Abwasser.

Edelstahlspülbecken mit abfließendem Wasser
GEBÜHREN

Hier finden Sie aufgeteilt nach Entsorgungsgebiet alle Gebühren zum Thema Abwasser.

Luftbild eines Entwässerungsgebietes mit Teichen
ZAHLEN, DATEN UND FAKTEN

Lesen Sie mehr über das 261 km2 große Entwässerungsgebiet der Städte Mönchengladbach, Viersen und Umgebung.

Zwei Kollegen vor einem digitalen Planungstisch
GRUNDSTÜCKSENTWÄSSERUNG

Wir kümmern uns vorwiegend um die Sichtung und Zustimmung von Entwässerungsanträgen im Zuge der Baugenehmigungsverfahren.

Abbildung von FAQ.
FAQ

Zu Ihrer Information haben wir rund um das Thema Abwasser eine Auswahl an häufig gestellten Fragen zusammengefasst.