So geht Standortmarketing: Wie der Kreis Heinsberg seine Stärken sichtbar macht
Ob Metropole oder Landkreis: Wer heute als Wirtschaftsstandort punkten will, sitzt im selben Boot wie ein Unternehmen, das um die besten Köpfe wirbt. Städte, Regionen und Länder liefern sich einen zunehmend intensiven Wettstreit um Investitionen, Fachkräfte und Aufmerksamkeit. Kein Wunder, durch Globalisierung und Digitalisierung ist die Standortwahl für Unternehmen so flexibel geworden wie nie zuvor. Eine hübsche Imagebroschüre und ein knackiger Claim reichen heute nicht mehr aus, um herauszustechen.
Was braucht modernes Standortmarketing?
Beim modernen Standortmarketing geht es nicht mehr darum, eine Region möglichst glänzend zu inszenieren. Es geht vielmehr darum, Menschen auch auf emotionaler Ebene zu erreichen. Und Vertrauen bei Fachkräften aufzubauen, die sich für einen Arbeitgebenden entscheiden, bei Unternehmen, die einen Standort suchen, und bei den Menschen, die bereits hier leben und arbeiten. Und weil sich die Zeiten ändern, rückt neben klassischen Standortfaktoren auch das Thema Nachhaltigkeit immer weiter nach vorn. Regionen, die zukunftsfähige Infrastruktur mitdenken, haben im Standortwettbewerb die Nase vorn.
Welche Maßnahmen gehören zu gutem Standortmarketing?
Am Anfang steht der ehrliche Blick nach innen. Was macht die Region eigentlich aus, und wen wollen wir erreichen? Fachkräfte, Unternehmen, Investor:innen oder Menschen, die einfach gerne herkommen? Und dann kommt es auf die harten und weichen Faktoren an. Dazu gehören eine gute Infrastruktur, bezahlbarer Wohnraum, gute Kitas und Schulen und eine Lebensqualität, die Menschen nicht nur zum Arbeiten, sondern auch zum Bleiben einlädt. Dazu kommen Kampagnen, Auftritte auf Messen, clevere Formate für Arbeitgebermarketing und digitale Präsenz. Dafür müssen alle mitziehen, also Wirtschaft, Politik, Bildungseinrichtungen und die Menschen vor Ort.
„Spitze im Westen“: eine Kampagne stellt sich vor
Seit 2006 rollt die Standortmarketing-Kampagne „Spitze im Westen“ in immer neuen Auflagen durch den Kreis Heinsberg. Getragen wird sie von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Heinsberg (WFG). Mit der Kampagne positioniert sich der Kreis Heinsberg als dynamischer, zukunftsorientierter Wirtschaftsstandort und als eigenständige Marke im Westen Deutschlands. Der Kreis Heinsberg will mit der Kampagne zeigen, dass hier wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und Lebensqualität stecken. Und das durch die Unternehmen, die die Region stark machen. Der Clou dabei sind die im Kreis Heinsberg ansässigen Betriebe, die selbst zu Standortbotschaftern werden. Ob Global Player oder Hidden Champion. Sie alle steuern ihre eigenen Erfolgsgeschichten bei und zeigen, wie vielfältig, innovativ und bodenständig die Wirtschaft der Region tickt.
Welche Region wird besonders mit Gurken, Kahnfahrten und einem weit verzweigten Netz aus Wasserwegen verbunden?
Welche Region wird besonders mit Gurken, Kahnfahrten und einem weit verzweigten Netz aus Wasserwegen verbunden?
Drei Tipps für modernes Standortmarketing
Was macht die Kampagne „Spitze im Westen“ so wirkungsvoll und was können sich andere Wirtschaftsregionen davon abschauen? Diese drei Tipps lassen sich ableiten.
Echtheit schlägt Eigenlob
Eine Region, die nur sich selbst lobt, klingt schnell wie eine Werbeagentur in eigener Sache. Genau das überzeugt niemanden. Viel glaubwürdiger wird es, wenn diejenigen erzählen, die den Standort tagtäglich mit Leben füllen: Unternehmer:innen, Beschäftigte, Gründer:innen. Wer seine eigenen Stärken kennt, kann diese auch besser transportieren.
Gemeinsam ist man lauter
Wenn viele Unternehmen gleichzeitig für denselben Standort trommeln, hört man das auch außerhalb des Kreises. Bei „Spitze im Westen“ ziehen 25 Unternehmen an einem Strang. Auch ihre Beschäftigten sind ein wertvoller Teil der Kampagne.
Durchhaltevermögen statt Strohfeuer
Standortmarken brauchen vor allem Zeit. Wer sich im Kopf von Fachkräften, Investor:innen und der eigenen Bevölkerung festsetzen will, kann das nicht mit einer einmaligen Aktion abhaken. Ganz nach dem Motto „Marathon statt Sprint“ lebt die Kampagne „Spitze im Westen“ im Kreis Heinsberg genau das vor. Seit 2006 gibt es die Kampagne in immer neuen Auflagen. Jedes Mal ergänzt um frische Themen, Formate und Kommunikationskanäle.
So wird eine Region mit Standortmarketing sichtbar
Echtheit, Schulterschluss und ein langer Atem: Diese drei Aspekte lassen sich vom Kreis Heinsberg auf viele Wirtschaftsregionen übertragen, unabhängig von Größe oder Branchenschwerpunkt. Eine Region wird nicht dadurch sichtbar, dass sie am lautesten von sich selbst schwärmt. Es geht vielmehr darum, eine eigene Marke aufzubauen, die im Wettbewerb mit anderen Regionen im Gedächtnis bleibt. Und das über Jahre hinweg.
Als eines der Unternehmen, die den Wirtschaftsstandort Kreis Heinsberg prägen, ist die NEW Teil der Kampagne „Spitze im Westen“.


