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Fünf Generationen, ein Team: Wie Altersvielfalt Unternehmen stärkt

Bis zu fünf Generationen arbeiten heute gleichzeitig in Unternehmen – vom Babyboomer bis zur Generation Z. Was auf den ersten Blick nach Konfliktpotenzial klingt, ist in der Praxis oft eine große Stärke. Jetzt im NEW Magazin lesen.
Zwei Arbeiter in blauen Schutzanzügen und Handschuhen arbeiten von oben betrachtet an einem Metallwerkstück auf dem Boden. Einer hält einen Schneidbrenner, während daneben blaue Schläuche und Werkzeuge liegen.

Viele Menschen verbringen ihre Schulzeit, Ausbildung oder ihr Studium überwiegend mit Gleichaltrigen. Im Berufsleben sieht das anders aus: Hier arbeiten Menschen zusammen, die in völlig unterschiedlichen Zeiten aufgewachsen sind. Einige kennen noch eine Welt ohne Internet, andere sind mit Smartphone und sozialen Medien groß geworden. 

Diese Unterschiede prägen Erwartungen und Arbeitsweisen. Ältere Mitarbeitende schätzen häufig klare Strukturen und feste Abläufe. Jüngere Generationen wünschen sich mehr Flexibilität, digitale Prozesse und schnelle Kommunikation. Manchmal ist es auch andersherum. Auch beim Thema Work-Life-Balance und Sinnorientierung gibt es unterschiedliche Perspektiven. Solche Differenzen können zu Missverständnissen führen – müssen es aber nicht. 

Altersdiversität ist längst Realität 

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Deutschland hat die älteste Arbeitsbevölkerung in der EU. Im Jahr 2024 waren 24 Prozent der Erwerbstätigen zwischen 55 und 64 Jahre alt – der höchste Anteil unter allen Mitgliedstaaten, wie das Statistisches Bundesamt auf Basis von Eurostat-Daten mitteilt. Gründe sind die demografische Alterung sowie ein steigendes Renteneintrittsalter: Das durchschnittliche Rentenzugangsalter lag zuletzt bei 64,7 Jahren und damit deutlich höher als noch vor 20 Jahren. 

Das heißt: Erfahrene Mitarbeitende bleiben länger im Job und ihr Wissen bleibt dem Unternehmen erhalten. Gleichzeitig ist es wichtig, den Übergang in den Ruhestand gut zu planen. Wenn Wissen nicht rechtzeitig weitergegeben wird, geht es verloren. Wer den Austausch zwischen den Generationen bewusst organisiert, kann daraus sogar einen Vorteil im Wettbewerb machen. 

Demografischer Wandel als Gestaltungsauftrag 

In den kommenden Jahren werden viele Beschäftigte altersbedingt ausscheiden. Schon heute macht sich der Fachkräftemangel bemerkbar, insbesondere in technischen, digitalen und administrativen Bereichen. 

Doch genau hier liegt die Chance: Wenn Nachwuchskräfte früh Verantwortung übernehmen und gleichzeitig von erfahrenen Kolleg:innen begleitet werden, entsteht eine Lernkultur, die Innovation fördert und Fluktuation reduziert. 

Studien zeigen, dass diverse Teams bessere Entscheidungen treffen, weil sie Probleme aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten. Organisationen mit vielfältigen Teams gelten als anpassungsfähiger und resilienter. Das sind zwei Eigenschaften, die angesichts gesellschaftlicher und technologischer Umbrüche entscheidend sind. 

Lebensphasenorientierung statt Schubladendenken 

Moderne Personalstrategien berücksichtigen nicht nur das Alter, sondern die jeweilige Lebensphase. Während Berufseinsteiger:innen Orientierung und Feedback benötigen, wünschen sich Mitarbeitende mit Familie flexible Arbeitsmodelle. Ältere Beschäftigte legen häufig Wert auf stabile Strukturen und wertschätzende Einbindung ihrer Erfahrung. 

Lebensphasenorientierte Angebote – von flexiblen Arbeitszeiten über Weiterbildungsprogramme bis hin zu gesundheitsfördernden Maßnahmen – erhöhen nachweislich die Arbeitszufriedenheit. Und zufriedene Mitarbeitende bleiben länger. 

Warum die Generation Z anders tickt

Viele junge Menschen legen heute mehr Wert auf finanzielle Sicherheit als noch vor einigen Jahren. Laut einer Forsa-Studie denkt etwa die Hälfte der Generation Z über einen Jobwechsel nach, vor allem wegen unzufriedenstellender Gehälter. Gründe dafür sind wirtschaftliche Unsicherheiten wie Corona, Inflation und steigende Lebenshaltungskosten. Gleichzeitig wächst diese Generation mit dem Gefühl auf, gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben – auch weil viele Babyboomer in Rente gehen. Sicherheit, klare Zukunftsperspektiven und ein verlässlicher Arbeitgeber sind deshalb für sie besonders wichtig. 

Ein Ausbilder und ein Auszubildender arbeiten gemeinsam in einer Werkhalle mit einem Schweißbrenner. Beide tragen Schutzkleidung und konzentrieren sich auf die bläuliche Flamme.

Jedes Alter zählt

Der demografische Wandel verändert Deutschland stark: Die Menschen werden älter, die Geburtenzahlen sinken und Migration beeinflusst die Bevölkerungsstruktur. Bund, Länder und Kommunen reagieren darauf mit einer gemeinsamen Demografiestrategie „Jedes Alter zählt“. Ziel ist es, wirtschaftliche Stärke, sozialen Zusammenhalt, gleichwertige Lebensverhältnisse und stabile Staatsfinanzen langfristig zu sichern. Dabei arbeiten Politik, Wissenschaft und Gesellschaft eng zusammen, um passende Lösungen für alle Generationen zu entwickeln. 

Wenn Erfahrung auf frische Perspektiven trifft  Bei NEW zeigt sich, wie generationenübergreifende Zusammenarbeit gelingen kann. Peter Scheufen begann 1981 seine Ausbildung zum Bauschlosser. Heute arbeitet er mit jungen Elektroniker:innen an komplexen Projekten. 

Beim Neubau einer Trafostation im Keller der Kreissparkasse Geilenkirchen, die nach der Flutkatastrophe 2021 komplett neu errichtet werden musste, wird dieses Zusammenspiel konkret: Schwere Kabelstränge müssen präzise gebogen, technische Anforderungen erfüllt und Sicherheitsstandards eingehalten werden. Die Jüngeren bringen aktuelles technisches Detailwissen ein, die Erfahrenen kennen Abläufe, Risiken und Schnittstellen.  

Früher habe es feste Rollen gegeben, sagt Peter. Heute entstünden Lösungen im Dialog. „Früher haben wir für die Jungs die passenden Lösungen gebaut – jetzt mache ich das mit denen zusammen.“ 

Drei Handwerker arbeiten gemeinsam an der Montage einer Trennwand in einem Innenraum. Zwei von ihnen stehen auf einem Podest und bearbeiten die Wand, während der dritte eine Metallkonstruktion mit Schraubzwingen fixiert.
Ob auf dem Podest oder am Boden: Bei der Montage einer Trennwand packen alle mit an. Das gemeinsame Arbeiten an einem Projekt schweißt zusammen und gibt jedem die Möglichkeit, sein handwerkliches Können einzubringen.

Vertrauen statt Hierarchie 

Auch Robert Plum, seit 46 Jahren im Unternehmen und am Projekt beteiligt, erlebt diesen Wandel.  

„Man merkt, mit wieviel Herzblut sie bei der Sache sind, neues Wissen aufsaugen und sich weiterentwickeln. Ich unterstütze sie, wo ich kann. Sie haben unser Vertrauen verdient“, sagt Robert. 

Solche Modelle spiegeln wider, was auch Studien zum sogenannten Reverse Mentoring zeigen: Lernen ist keine Einbahnstraße. Ältere geben Erfahrungen weiter, Jüngere bringen digitale Kompetenzen ein. Entscheidend ist gegenseitiges Vertrauen. 


Wir von der NEW AG glauben an das Potenzial vielfältiger Teams. Erfahrung, neue Ideen und unterschiedliche Perspektiven stärken uns – sowohl fachlich als auch menschlich. Deshalb fördern wir die generationenübergreifende Zusammenarbeit ganz bewusst. So schaffen wir ein Arbeitsumfeld, in dem alle voneinander lernen und die Zukunft gemeinsam gestalten. 

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