NEW AG Logo
Die NEWs

Von Buenos Aires an den Niederrhein: „Warum nicht einfach machen?“

30.09.2026 - Lilen kam für einen Schüleraustausch aus Buenos Aires nach Deutschland und blieb. Heute macht sie bei der NEW eine Ausbildung zur Bauzeichnerin und zeigt, wie viel Mut, Offenheit und Neugier in einem einzigen Schritt stecken können.
Eine junge Frau sitzt in einem Büro an einem Schreibtisch. Sie schaut konzentriert auf einen Computerbildschirm. Im Hintergrund hängen Baupläne an der Wand.

NEW | Lilen, wie hat dein Schüleraustausch in Deutschland den Wunsch geweckt, hier zu studieren und zu arbeiten? 

Lilen | Während meines Auslandsjahres von 2022 bis 2023 habe ich gemerkt, dass ich mir ein Leben in Europa wirklich vorstellen kann. Es gibt hier viele Möglichkeiten, sich beruflich weiterzuentwickeln, und das hat mich begeistert. Meine Gastmutter hat mir damals von der Kombination aus Ausbildung und Studium erzählt. Das fand ich spannend und habe mich daraufhin für ein Praktikum bei der NEW beworben. Die fünf Tage hier haben mich überzeugt: Das Team war unglaublich herzlich und ich konnte mir sofort vorstellen, hier zu arbeiten. 

 

Du lebst 11.000 Kilometer von deiner Heimat entfernt. Was hat dir den Mut für diesen Schritt gegeben? 

Ich bin einfach sehr neugierig. Ich dachte mir: Warum sollte ich es nicht ausprobieren? Natürlich war es schwer, meine Familie, Freunde und mein gewohntes Leben hinter mir zu lassen. Aber meine Eltern haben mich immer unterstützt und gesagt: „Trau dich.“ Heute weiß ich, dass Mut nicht bedeutet, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, etwas trotzdem zu machen. 

 

Was ist dir an dieser Entscheidung am schwersten gefallen? 

Definitiv die Entfernung. Man kann nicht einfach spontan nach Hause fliegen oder seine Oma besuchen. Gerade die kleinen Alltagsmomente vermisse ich am meisten: Zeit mit der Familie, gemeinsame Spaziergänge oder einfach zusammen zu essen. Ich freue mich deshalb umso mehr, dass ich meine Familie bald wiedersehen werde. 

 

Was war dein größter Kulturschock, als du in Deutschland angekommen bist? 

Die Direktheit der Menschen. In Argentinien versucht man oft, Kritik möglichst vorsichtig zu formulieren. Hier sagen viele einfach geradeheraus, was sie denken. Und natürlich die Bürokratie. Es ist immer alles komplizierter als gedacht. Darüber kann ich inzwischen schmunzeln. 

 

Gibt es Menschen oder Erlebnisse, die dir das Ankommen erleichtert haben? 

Auf jeden Fall. Meine Gastfamilien, meine Freund:innen aus der Schule und besonders mein Handballverein haben mir unglaublich geholfen. Durch den Sport habe ich schnell Menschen kennengelernt und hatte nie das Gefühl, allein zu sein. 

Außerdem gibt es rund um Köln und Düsseldorf eine große lateinamerikanische Community. Dort treffe ich regelmäßig andere Argentinier:innen. Das fühlt sich manchmal wie ein kleines Stück Heimat an.

Drei junge Personen liegen lachend auf einer gestreiften Decke im Gras und genießen ein Picknick in der Sonne. Um sie herum sind Pizzakarton, Chips, Salat und Getränke zu sehen.

Was junge Menschen am Niederrhein schätzen

Ob für die Ausbildung oder das Studium: Was braucht es, damit sich junge Menschen für eine Region entscheiden? Drei Nachwuchskräfte erzählen, wieso ihre Wahl auf den Niederrhein gefallen ist. 

zum Artikel

Wie hat dich der Schritt nach Deutschland verändert? 

Ich bin viel selbstständiger geworden. Ich treffe wichtige Entscheidungen allein, organisiere mein Leben selbst und habe gelernt, mit Rückschlägen umzugehen. Eigentlich wollte ich ein duales Studium machen. Als mein Schulabschluss in Deutschland nicht anerkannt wurde, musste ich meine Pläne ändern. Das war zunächst sehr schwer. Dank der Unterstützung der NEW konnte ich meine Ausbildung zur Bauzeichnerin fortsetzen. Darauf bin ich sehr stolz. 

 

Was gefällt dir besonders an deiner Ausbildung bei der NEW und an deiner Arbeit? 

Vor allem die Menschen. Ich werde immer unterstützt und habe nie das Gefühl, mit Problemen allein zu sein. An meinem Beruf fasziniert mich, dass aus Zeichnungen echte Bauwerke entstehen. Ich arbeite an Projekten mit und sehe, wie aus einem Plan irgendwann Realität wird. Das ist jedes Mal etwas Besonderes. 

 

Was vermisst du an Argentinien – und was schätzt du am Niederrhein? 

Ich vermisse meine Familie, meine Freund:innen, meine Haustiere, das Essen und die besondere Lebensfreude in Argentinien. Das wird immer ein Teil von mir bleiben. Am Niederrhein schätze ich die Chancen, die ich hier bekommen habe. Ich konnte eine Ausbildung beginnen, tolle Freundschaften schließen und mir Schritt für Schritt ein eigenes Leben aufbauen. Dafür bin ich sehr dankbar. 

 

Welchen Rat würdest du einer Schülerin oder einem Schüler aus Argentinien geben, die oder der denselben Schritt wagen möchte? 

Trau dich. Es wird nicht immer einfach sein und es wird Momente geben, in denen du deine Entscheidung hinterfragst. Aber wenn du offen bist, die Sprache lernst und bereit bist, dich auf eine neue Kultur einzulassen, wirst du unglaublich viel lernen. Und ganz wichtig: Vergiss nie, wo du herkommst. Die eigene Heimat trägt man immer im Herzen. Egal, wie weit sie entfernt ist. 

 


Mehr Informationen zu den Ausbildungsberufen bei der NEW und freien Stellen gibt es auf der Karriereseite der NEW. 

Mehr entdecken