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Hitzetage in Städten: Wie Biotope unser Klima verbessern

13.5.2026 - Immer mehr Hitzetage, aufgeheizte Innenstädte und Temperaturen, die auch nachts kaum absinken: Die Folgen des Klimawandels sind gerade in urbanen Räumen besonders spürbar. Wie kann dem entgegengewirkt werden? Jetzt im NEW Magazin.
Eine grüne Wiese mit einem jungen Baum in der Mitte, der einen langen Schatten wirft. Dahinter führt ein Weg zu einem offenen Bereich mit Bänken. Im Hintergrund stehen ein älteres Industriegebäude auf der linken Seite und ein modernes Bürogebäude auf der rechten Seite, umgeben von Bäumen. Die Sonne strahlt hell am blauen Himmel.

Die Sommer werden heißer und das spüren wir vor allem in der Stadt. Was früher einzelne Hitzetage waren, entwickelt sich zunehmend zu langanhaltenden Hitzewellen – auch in Deutschland. Besonders in dicht bebauten Innenstädten steigen die Temperaturen dabei oft deutlich stärker als im Umland. Der Grund dafür ist nicht nur der Klimawandel, sondern auch die Art und Weise, wie Städte gebaut sind. 

Warum sich Städte stärker aufheizen

Städte bestehen zu einem großen Teil aus Beton, Asphalt und Stein. Diese Materialien absorbieren durch ihre Beschaffenheit mehr Sonnenstrahlung als Grünflächen. Dadurch heizen sie sich stärker auf und speichern auch die Wärme länger. Nachts geben die aufgeheizten Oberflächen dann die Wärme an die Luft in der Umgebung ab. So kühlen Städte deutlich schlechter aus als ländliche Regionen. Dieser Effekt wird als „städtische Wärmeinsel“ bezeichnet. Er führt nicht nur zu unangenehmen Temperaturen, sondern belastet auch die Gesundheit, insbesondere von älteren Menschen, Kindern und Menschen mit Vorerkrankungen. Tropennächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad fallen, werden auch in Deutschland häufiger. 

Abbildung von einem Thermometer.

„Städtische Wärmeinsel”: das Wichtigste kompakt

  • versiegelte Flächen wie Asphalt und Beton speichern Wärme stärker als natürliche Böden  

  • weniger Vegetation bedeutet geringere Verdunstung und Kühlung  

  • enge Bebauung behindert Luftzirkulation  

  • Versiegelung sorgt für höhere Temperaturen 

  • hohe Temperaturen sorgen für Belastung der Gesundheit 

Versiegelte Flächen als Verstärker

Verstärkt wird der Effekt durch die Versiegelung von Flächen. Wo früher Wasser versickern und Pflanzen wachsen konnten, dominieren heute Parkplätze, Straßen und dicht bebaute Quartiere. Diese versiegelten Flächen verhindern nicht nur die natürliche Kühlung durch Verdunstung, sie verschieben auch die Wasserkreislaufprozesse. Denn durch die Versiegelung versickert weniger Regenwasser in den Boden, was auch Auswirkungen auf die Grundwasserneubildung hat. Bei Starkregen steigt das Überschwemmungsrisiko, weil die Kanalisation für die plötzlich anfallenden Wassermengen nicht ausgelegt ist. Das kann dann zu lokalen Überschwemmungen führen. Gleichzeitig fehlt in Trockenperioden genau dieses gespeicherte Wasser, das für Kühlung sorgen könnte. 

Biotope als natürliche Klimaanlagen

Doch es gibt Lösungen, die zeigen, wie Städte besser mit Hitze und Wasser umgehen können. Hier kommen Biotope ins Spiel. Das sind naturnahe Lebensräume wie Feuchtgebiete, renaturierte Flussläufe oder begrünte Freiflächen. Sie sind weit mehr als nur grüne Inseln im Stadtbild. Durch die Verdunstung von Wasser und das Spenden von Schatten senken sie die Temperatur in der Umgebung spürbar. Pflanzen filtern Schadstoffe aus der Luft, verbessern das Mikroklima und schaffen gleichzeitig Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Für die Menschen entstehen Orte der Erholung, die besonders an heißen Tagen dringend notwendig werden. 

Ein flacher, felsiger Bach schlängelt sich durch eine grüne Landschaft. Die Ufer sind von Gras und verschiedenen Pflanzen bewachsen. Im Hintergrund sind Felder, Bäume und einige entfernte Häuser unter einem klaren Himmel zu sehen. 
BU: Grünflächen in der Stadt schaffen wichtige Biotope, die Lebensraum für Pflanzen und Tiere bieten und gleichzeitig das Stadtklima verbessern.
Bungtbach

Schwammstadt-Prinzip: Wasser clever nutzen

Das Konzept der „Schwammstadt“ ergänzt diese Idee. Hier werden Regenwasser und natürliche Landschaften gezielt genutzt, um die Folgen von Starkregenereignissen abzumildern und die Umwelt zu kühlen. Statt Niederschlagswasser möglichst schnell abzuleiten, soll es vor Ort versickern, zwischengespeichert und genutzt werden. Versiegelte Flächen werden reduziert, Grünflächen aufgewertet, Regenrückhaltebecken und renaturierte Flüsse eingebunden. Diese wirken wie ein Schwamm, der das Wasser aufnimmt, speichert und langsam wieder abgibt. Auf diese Weise wird Wasser zu einer Ressource, die aktiv zur Kühlung beiträgt, statt zum Problem zu werden. So lassen sich auch die Folgen von Starkregen deutlich abmildern. 

Mönchengladbach zeigt, wie es geht

Ein aktuelles Beispiel liefert die Stadt Mönchengladbach. Im Stadtteil Bonnenbroich-Geneicken soll sich der aktuell noch unterirdisch kanalisierte Flusslauf der Alten Niers wieder oberirdisch schlängeln – ein Projekt, das die Lebensqualität steigert. Das Gemeinschaftsprojekt wird unter anderem mit der Stadt Mönchengladbach, der Heinz-Sielmann-Stiftung, der MAGS und der NEW umgesetzt und verwandelt eine Fläche von zirka zwei Hektar in ein grünes Biotop, schafft neue Rückzugsorte für Mensch und Tier und zeigt, wie nachhaltige Stadtplanung im Sinne des Klimaschutzes praktisch umgesetzt werden kann. Projekte wie dieses liegen der NEW am Herzen, die sich für eine umweltfreundliche Infrastruktur und nachhaltig lebenswerte Region engagiert. 

Mehr Natur als Schlüssel zur Zukunft

Die gute Nachricht ist: Städte können sich verändern. Jeder entsiegelte Platz, jede neu geschaffene Grünfläche und jedes renaturierte Gewässer ist ein Schritt hin zu einer lebenswerteren Umgebung. Was dabei entsteht, ist mehr als nur ein schöner Anblick. Es ist ein Stück Zukunft, das man fühlen kann: in kühlerer Luft, in mehr Aufenthaltsqualität und in einem besseren Miteinander von Mensch und Natur. Die Stadt von morgen ist deshalb nicht grauer, sondern grüner. Sie nutzt die Kraft der Natur, um mit den Herausforderungen des Klimawandels umzugehen. Und sie zeigt, dass selbst kleine Veränderungen eine große Wirkung haben können. Und das direkt vor unserer Haustür. 


Hitzetage zeigen, wie wichtig natürliche Rückzugsräume in unseren Städten sind. Projekte wie das Heinz-Sielmann-Biotop an der Alten Niers leisten dazu einen wertvollen Beitrag und stärken gleichzeitig das Miteinander vor Ort. Genau dieses Engagement fördert die NEW AG 

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