Stromsparen im Faktencheck: Welche Stromfresser verstecken sich im Haushalt?
Licht ins Dunkel der Strom-Mythen
Energie zu sparen ist sowohl für den Geldbeutel als auch für die Umwelt gleichermaßen wichtig. Doch rund um den Stromverbrauch im Haushalt halten sich viele hartnäckige Mythen, die einen oft davon abhalten, wirklich effektiv zu haushalten. Egal, ob es dabei um den Standby-Modus, den Kühlschrank oder die Beleuchtung geht. Dieser Artikel räumt mit den größten Irrtümern auf und zeigt, wie die echten Stromfresser entlarvt werden können, um im Alltag clever zu sparen.
Mythos 1: Im Standby-Modus fließt kein Strom
Der Standby-Modus bedeutet, dass das Gerät zwar nicht vollständig ausgeschaltet ist, sich aber in einem energiesparenden Betriebszustand befindet. Dadurch ist es schneller wieder einsatzbereit. Die Annahme, dass dabei überhaupt kein Strom fließt, ist jedoch ein Mythos. Zwar wird im Stand-by-Modus deutlich weniger Energie verbraucht als im aktiven Betrieb, doch dieser ,,Schleichstrom” summiert sich. Ein scheinbar ausgeschalteter alter Fernseher kann im Standby-Modus jährlich bis zu 26 Euro kosten.
Mythos 2: Ein voller Kühlschrank verbraucht weniger Energie
Klingt verrückt, ist aber wahr. Das liegt an der sogenannten thermischen Masse: Die Lebensmittel wirken wie ein Kältespeicher. Wenn die Kühlschranktür geöffnet wird, können die kalten Lebensmittel die Temperatur besser halten. Dadurch muss der Kühlschrank weniger arbeiten, um die Solltemperatur wieder zu erreichen. Aber Achtung: Nur wenn die Luft noch zirkulieren kann, wird alles gleichmäßig gekühlt.
Auch die Temperatureinstellung ist entscheidend. Viele Geräte sind unnötig kalt eingestellt, obwohl meist schon sieben Grad Celsius völlig ausreichend sind. Jedes überflüssige Grad Kälte kostet extra Strom. Es lohnt sich die tatsächliche Temperatur mit einem Thermometer zu überprüfen und das Gerät richtig einzustellen. Auch sollte die Kühlschranktür nur so kurz wie möglich geöffnet werden. Es gilt: Vor dem Kühlschrank entscheiden, was entnommen wird, nicht bei geöffneter Tür.
Mythos 3: Licht brennen lassen spart Strom
Ausgeschaltetes Licht spart Strom. Doch lohnt sich das häufige An- und Ausknipsen, wenn man nur kurz den Raum verlässt? Bei Leuchtstoffröhren galt früher die Faustregel: Wenn ein Raum für mehr als drei Minuten verlassen wird, lohnt sich das Ausschalten des Lichts immer. Denn ausgeschaltetes Licht verbraucht immer exakt null Watt. Moderne LEDs sind nicht nur hocheffizient, sondern ihr Stromverbrauch und ihre lange Lebensdauer werden auch durch häufiges Ein- und Ausschalten nicht beeinträchtigt. Daher gilt hier: Moderner ist besser.
Mythos 4: Nur mit hoher Temperatur wird Wäsche sauber
Waschmittel sind oft so effektiv, dass die Wäsche bereits bei 30 Grad sauber wird. Wer kälter wäscht, schont nicht nur die Textilien, sondern spart auch kräftig Energie. Der meiste Strom beim Waschvorgang wird für das Erhitzen des Waschwassers benötigt – so lassen sich bei 30 statt 40 Grad bis zu 40 Prozent Strom sparen. Für alltägliche, normal verschmutzte Wäsche sind niedrige Temperaturen absolut ausreichend. Lediglich bei hartnäckigen Flecken, starker Verschmutzung oder besonderen Hygieneanforderungen sind höhere Temperaturen notwendig.
Mythos 5: Geräte bis zum Defekt nutzen
Ein weiterer Mythos hält sich hartnäckig: Elektronische Geräte so lange nutzen, bis sie nicht mehr funktionieren, schont die Umwelt und den Geldbeutel. Moderne Kühlschränke, Trockner oder Waschmaschinen verbrauchen oft nur einen Bruchteil des Stroms ihrer alten Vorgänger. Früher ging viel Energie einfach verloren. Heute sind die Modelle dank innovativer Technik viel effizienter.
Bei der Herstellung eines neuen Geräts entsteht zunächst sogenannte „graue Energie“. Durch den deutlich geringeren Stromverbrauch eines energieeffizienten Nachfolgers wird diese anfängliche Energie schon innerhalb weniger Jahre wieder ausgeglichen. Die Investition in ein modernes, leistungsfähiges Gerät rentiert sich also nicht nur schnell durch niedrigere Stromkosten, sondern leistet auch einen wesentlich größeren Beitrag zum Klimaschutz.
Wie erkennt man Stromfresser?
Die drei größten Stromfresser im Haushalt
8 Tipps, um Stromkosten zu sparen
Geräte wie Geschirrspüler, Waschmaschine und Trockner maximal füllen
Geräte komplett ausschalten, statt im Standby-Modus lassen
Wäsche an der Luft trocknen lassen
Auf Vorheizen des Backofens verzichten und Restwärme nutzen
Geräte mit grüner Effizienzklasse kaufen
Energieeffiziente Programme bei Waschmaschine und Geschirrspüler nutzen
Topf geschlossen halten oder Wasserkocher benutzen
Vorsicht bei Geräten, die Wärme produzieren, wie zum Beispiel Heizlüfter. Die fressen extrem viel Strom.
Fazit: Bewusster Energieverbrauch
Ob beim Wäschewaschen, der Kühlschranknutzung oder dem Kochen: Effektives Stromsparen ist oft einfacher und zugänglicher, als viele Mythen vermuten lassen. Moderne Geräte sind oft effizienter als ihre Vorgänger und ein kritischer Blick auf die Nutzungsgewohnheiten lohnt sich immer. Jeder Haushalt kann mit passenden Strategien eine Menge Energie und Kosten sparen. Ein bewussterer Umgang mit Energie beginnt in den eigenen vier Wänden.
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