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Schon gewusst?

Stromsparen im Faktencheck: Welche Stromfresser verstecken sich im Haushalt?

10.06.2026 - Von der Frage, ob man das Licht einfach brennen lassen kann bis hin zur Nutzung veralteter Haushaltsgeräte. Viele Vorstellungen vom Stromsparen sind reine Mythen und kosten vermeidbares Geld. Es ist Zeit für einen Stromspar-Check.
Ein älterer Mann spricht mit einem jungen Paar an einem Esstisch in einer hellen Wohnung. Die beiden hören aufmerksam zu, während auf dem Tisch Blumen und Gläser stehen.

Licht ins Dunkel der Strom-Mythen 

Energie zu sparen ist sowohl für den Geldbeutel als auch für die Umwelt gleichermaßen wichtig. Doch rund um den Stromverbrauch im Haushalt halten sich viele hartnäckige Mythen, die einen oft davon abhalten, wirklich effektiv zu haushalten. Egal, ob es dabei um den Standby-Modus, den Kühlschrank oder die Beleuchtung geht. Dieser Artikel räumt mit den größten Irrtümern auf und zeigt, wie die echten Stromfresser entlarvt werden können, um im Alltag clever zu sparen. 

Mythos 1: Im Standby-Modus fließt kein Strom

Der Standby-Modus bedeutet, dass das Gerät zwar nicht vollständig ausgeschaltet ist, sich aber in einem energiesparenden Betriebszustand befindet. Dadurch ist es schneller wieder einsatzbereit. Die Annahme, dass dabei überhaupt kein Strom fließt, ist jedoch ein Mythos. Zwar wird im Stand-by-Modus deutlich weniger Energie verbraucht als im aktiven Betrieb, doch dieser ,,Schleichstrom” summiert sich. Ein scheinbar ausgeschalteter alter Fernseher kann im Standby-Modus jährlich bis zu 26 Euro kosten. 

Mythos 2: Ein voller Kühlschrank verbraucht weniger Energie

Klingt verrückt, ist aber wahr. Das liegt an der sogenannten thermischen Masse: Die Lebensmittel wirken wie ein Kältespeicher. Wenn die Kühlschranktür geöffnet wird, können die kalten Lebensmittel die Temperatur besser halten. Dadurch muss der Kühlschrank weniger arbeiten, um die Solltemperatur wieder zu erreichen. Aber Achtung: Nur wenn die Luft noch zirkulieren kann, wird alles gleichmäßig gekühlt.  

Auch die Temperatureinstellung ist entscheidend. Viele Geräte sind unnötig kalt eingestellt, obwohl meist schon sieben Grad Celsius völlig ausreichend sind. Jedes überflüssige Grad Kälte kostet extra Strom. Es lohnt sich die tatsächliche Temperatur mit einem Thermometer zu überprüfen und das Gerät richtig einzustellen. Auch sollte die Kühlschranktür nur so kurz wie möglich geöffnet werden. Es gilt: Vor dem Kühlschrank entscheiden, was entnommen wird, nicht bei geöffneter Tür. 

Mythos 3: Licht brennen lassen spart Strom

Ausgeschaltetes Licht spart Strom. Doch lohnt sich das häufige An- und Ausknipsen, wenn man nur kurz den Raum verlässt? Bei Leuchtstoffröhren galt früher die Faustregel: Wenn ein Raum für mehr als drei Minuten verlassen wird, lohnt sich das Ausschalten des Lichts immer. Denn ausgeschaltetes Licht verbraucht immer exakt null Watt. Moderne LEDs sind nicht nur hocheffizient, sondern ihr Stromverbrauch und ihre lange Lebensdauer werden auch durch häufiges Ein- und Ausschalten nicht beeinträchtigt. Daher gilt hier: Moderner ist besser.

Abbildung einer Glühbirne

Schon gewusst?

Um den Stromverbrauch von Leuchtmitteln einschätzen zu können, lohnt sich ein Blick auf das Energieeffizienzlabel auf der Verpackung. Es ordnet den Verbrauch in Effizienzklassen von A bis G ein, wobei gilt: Je weiter vorn der Buchstabe im Alphabet steht (also näher an A), desto weniger Strom verbraucht das Leuchtmittel bei gleicher Helligkeit. Anhand der Kennzeichnung kann schnell die sparsamste Option gefunden werden.  

 

Übrigens: Die alte Leistungsbezeichnung, die auf die Helligkeit eines Leuchtmittels hindeutete (25 Watt, 40 Watt oder 60 Watt) ist überholt. Der korrekte Wert für den Lichtstrom, der auf allen Leuchtmitteln aufgedruckt ist, heißt "Lumen". Für Leuchtmittel gilt eine einfache Faustformel: Teilt man die Lumen-Angabe durch 10, erhält man die Helligkeit auf die früher die Watt-Zahlen hingedeutet haben.  Beispiel: Ist auf der Verpackung einer Leuchte 400 Lumen angegeben, entspricht dies etwa der Helligkeit einer alten 40 Watt-Glühlampe (400/10 = 40).

Mythos 4: Nur mit hoher Temperatur wird Wäsche sauber 

Waschmittel sind oft so effektiv, dass die Wäsche bereits bei 30 Grad sauber wird. Wer kälter wäscht, schont nicht nur die Textilien, sondern spart auch kräftig Energie. Der meiste Strom beim Waschvorgang wird für das Erhitzen des Waschwassers benötigt – so lassen sich bei 30 statt 40 Grad bis zu 40 Prozent Strom sparen. Für alltägliche, normal verschmutzte Wäsche sind niedrige Temperaturen absolut ausreichend. Lediglich bei hartnäckigen Flecken, starker Verschmutzung oder besonderen Hygieneanforderungen sind höhere Temperaturen notwendig.

Mythos 5: Geräte bis zum Defekt nutzen 

Ein weiterer Mythos hält sich hartnäckig: Elektronische Geräte so lange nutzen, bis sie nicht mehr funktionieren, schont die Umwelt und den Geldbeutel. Moderne Kühlschränke, Trockner oder Waschmaschinen verbrauchen oft nur einen Bruchteil des Stroms ihrer alten Vorgänger. Früher ging viel Energie einfach verloren. Heute sind die Modelle dank innovativer Technik viel effizienter.  

 

Bei der Herstellung eines neuen Geräts entsteht zunächst sogenannte „graue Energie“. Durch den deutlich geringeren Stromverbrauch eines energieeffizienten Nachfolgers wird diese anfängliche Energie schon innerhalb weniger Jahre wieder ausgeglichen. Die Investition in ein modernes, leistungsfähiges Gerät rentiert sich also nicht nur schnell durch niedrigere Stromkosten, sondern leistet auch einen wesentlich größeren Beitrag zum Klimaschutz.

Wie erkennt man Stromfresser?

1

Strommessgerät nutzen

  • Stromverbrauch im Betrieb und im Standby-Modus messen  

  • Werte auf jährlichen Verbrauch hochrechnen  

2

Geräte unter die Lupe nehmen

  • Alte Geräte sind oft ineffizienter und sollten besonders überprüft werden 

  • Geräte, die permanent laufen (z.B. Kühlschrank, Heizungspumpe) oder häufig in Gebrauch sind, überprüfen 

3

Stromrechnung analysieren

  • Verbrauch mit dem Durchschnitt ähnlicher Haushalte vergleichen  

  • Auf unerklärlichen Spitzen oder Auffälligkeiten achten 

4

Nutzungsgewohnheiten hinterfragen

  • Wo kann im Alltag Strom gespart werden und welche Geräte laufen eventuell unnötig 

Kalkulator mit Rechensymbolen.

Rechenformel

Mit der Rechenformel des Bunds der Energieverbraucher können private Haushalte ihren Stromverbrauch Vergleich zum Durchschnitt in Deutschland sehen: 

Stromverbrauch = Zahl der Personen x 200 kWh (wenn Warmwasser elektrisch: x 550 kWh) + Zahl der größeren Elektrogeräte x 200 kWh + Wohnfläche x 9 kWh 

Die drei größten Stromfresser im Haushalt

8 Tipps, um Stromkosten zu sparen 

  1. Geräte wie Geschirrspüler, Waschmaschine und Trockner maximal füllen 

  2. Geräte komplett ausschalten, statt im Standby-Modus lassen 

  3. Wäsche an der Luft trocknen lassen  

  4. Auf Vorheizen des Backofens verzichten und Restwärme nutzen 

  5. Geräte mit grüner Effizienzklasse kaufen 

  6. Energieeffiziente Programme bei Waschmaschine und Geschirrspüler nutzen  

  7. Topf geschlossen halten oder Wasserkocher benutzen 

  8. Vorsicht bei Geräten, die Wärme produzieren, wie zum Beispiel Heizlüfter. Die fressen extrem viel Strom. 

Fazit: Bewusster Energieverbrauch

Ob beim Wäschewaschen, der Kühlschranknutzung oder dem Kochen: Effektives Stromsparen ist oft einfacher und zugänglicher, als viele Mythen vermuten lassen. Moderne Geräte sind oft effizienter als ihre Vorgänger und ein kritischer Blick auf die Nutzungsgewohnheiten lohnt sich immer. Jeder Haushalt kann mit passenden Strategien eine Menge Energie und Kosten sparen. Ein bewussterer Umgang mit Energie beginnt in den eigenen vier Wänden. 


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