Strom, Gas, Wärme: Darum schwanken die Energiepreise
Energie gehört für die meisten Menschen ganz selbstverständlich zum Alltag. Wir drehen die Heizung auf, schalten das Licht ein oder laden unser Handy – oft, ohne groß darüber nachzudenken. Erst wenn die jährliche Abrechnung kommt oder die Preise steigen, rückt das Thema stärker in den Fokus. Oft stellt sich dann eine zentrale Frage: Warum wird Energie teurer, obwohl ich gar nicht mehr verbrauche als vorher? Die Antwort darauf ist vielschichtig. Denn Energiepreise entstehen nicht in den eigenen vier Wänden, sondern auf internationalen Märkten.
Viele Faktoren bestimmen den Preis
„Die Energiepreise sind von vielen Faktoren abhängig, die mit dem eigenen Verbrauch wenig zu tun haben“, erklärt Energieexperte Ralf Hoffmann. Aktuell führten beispielsweise geopolitische Entwicklungen wie der Krieg im Nahen Osten zu steigenden Preisen für Öl, Gas und Strom. „Solange wir unsere Energie nicht autark produzieren, müssen wir die erforderlichen Rohstoffe dazu auf den internationalen Märkten beschaffen und sind den Entwicklungen dort ein Stück weit ausgeliefert“, ergänzt Hoffmann. Verbrauchende haben demnach zwar Einfluss auf ihre Energiekosten und wie hoch der Abschlag ausfällt, den tatsächlichen Energiepreis müsse man sich aber separat anschauen.
So setzt sich der Energiepreis zusammen
Es lohnt sich also ein Blick hinter die Kulissen: Wie baut sich der Energiepreis eigentlich auf? Denn der Betrag auf der Rechnung setzt sich nicht nur aus der eigentlichen Energie zusammen. Michael Ramczykowski klärt auf: „Neben den Kosten für Erzeugung und Beschaffung fallen auch Netzentgelte sowie Steuern und Abgaben an. Im Jahr 2026 machen die Kosten für Stromerzeugung, Beschaffung und Vertrieb beispielsweise nur rund 41 Prozent des Strompreises aus.“ Grundsätzlich funktioniere der Energiemarkt wie viele andere Märkte auch: Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Wird Energie knapper – etwa durch politische Krisen oder Lieferengpässe – steigen die Preise.
Zwischen Angebot und Nachfrage: Energie an der Börse
Doch was bedeutet es eigentlich, wenn Energie an der Börse gehandelt wird? Grundsätzlich werden Strom und Gas wie andere Rohstoffe gekauft und verkauft. Der Preis richtet sich danach, wie viel angeboten wird und wie hoch die Nachfrage ist. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Energiebörse in Leipzig. Dort werden Preise für verschiedene Zeiträume festgelegt, zum Beispiel für den nächsten Monat oder das kommende Jahr. „Unternehmen können Energie entweder über die Börse handeln – ohne ihren direkten Handelspartner zu kennen – oder direkt mit einem festen Partner Verträge abschließen. Das nennt sich dann ‚Over the Counter'. Der Börsenpreis dient dabei fast immer als Orientierung“, erklärt Ralf Hoffmann. Am Handel nehmen nicht nur Energieversorger teil, sondern auch Investoren, die auf Preisentwicklungen setzen.
Schlechtes Wetter, teure Preise
Auch das Wetter spielt eine Rolle. Kalte Winter erhöhen den Energiebedarf, insbesondere beim Heizen. Wenn gleichzeitig die Gasspeicher nicht ausreichend gefüllt sind oder weltweit eine hohe Nachfrage besteht, kann das die Preise zusätzlich antreiben. Treffen mehrere dieser Faktoren zusammen, sind spürbare Preisanstiege häufig die Folge.
Gute Planung ist die halbe Miete
Um Schwankungen in den Energiepreisen abzufedern, setzen viele Energieversorger auf langfristige Einkaufsstrategien. Michael Ramczykowski erklärt: „Auch wir als NEW kaufen Energie teilweise weit im Voraus ein. So können wir die Verbrauchenden vor starken Preisschwankungen schützen.“ Für Kund:innen bedeutet das vor allem eines: weniger extreme Preissprünge im Alltag – auch wenn sich Marktveränderungen dadurch manchmal verzögert bemerkbar machen.
Die Energiepreise in Zukunft
Am Ende zeigt sich: Energiepreise sind komplex, folgen aber klaren Zusammenhängen. Viele Entwicklungen entstehen fernab des eigenen Alltags. Wer diese Mechanismen kennt, kann besser einordnen, warum der Abschlag manchmal steigt, auch wenn zu Hause alles beim Alten geblieben ist. Mit Blick in die Zukunft spielen erneuerbare Energien eine immer größere Rolle. „Wind und Sonne bringen zunächst mehr Schwankungen ins System, da sie wetterabhängig sind. Langfristig bieten sie jedoch die Chance auf mehr Stabilität – vor allem durch den Ausbau von Netzen, Speichern und intelligenter Steuerung“, weiß Ralf Hoffmann. Wer auf erneuerbare Energien setzt, verringert gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und damit auch von geopolitischen Krisen – das käme dann auch den Energiepreisen zugute.
Auch wenn viele unterschiedliche Faktoren die Energiepreise beeinflussen, gibt es einige Möglichkeiten, wie Verbraucher:innen ihre Kosten senken können. Die NEW gibt hilfreiche Tipps zum kostensparenden Heizen. Wenn Sie sich beraten lassen wollen, können Sie jederzeit Kontakt zu uns aufnehmen.



