Die verborgenen Kulturschätze von Mönchengladbach
Wer an Mönchengladbach denkt, denkt oft zuerst an den Fußball. Verständlich, der Borussia-Park gehört zu den bekanntesten Fußballarenen Deutschlands. Doch wer die Stadt nur durch diese Linse betrachtet, verpasst eine überraschend reiche Kulturlandschaft. Wir haben genauer hingeschaut.
Das Museum Abteiberg
Wer den Hügel hinter dem Münster St. Vitus erklimmt, begegnet einem Bauwerk, das die Architekturwelt 1982 in Staunen versetzte: das Museum Abteiberg in Mönchengladbach, entworfen vom Wiener Architekten Hans Hollein. Der postmoderne Bau liegt am Hang zwischen historischem Münster und moderner Innenstadt.
Im Inneren entfaltet sich eine bedeutende Kunstsammlung: Joseph Beuys, Yves Klein, Man Ray und viele weitere große Kunstschaffende finden hier Platz. Wechselnde Ausstellungen internationaler Gegenwartskunst ergänzen die Sammlung. Und wer sich nach dem Rundgang ein wenig Luft gönnt, schlendert durch den Skulpturengarten, dessen Werke teils eigens für diesen besonderen Ort erschaffen wurden.
Das Renaissance-Schloss Rheydt
Wer hätte gedacht, dass mitten in einer Großstadt eine der schönsten Renaissance-Schlossanlagen Nordrhein-Westfalens wartet? Schloss Rheydt wurde im Auftrag von Otto von Bylandt zwischen 1558 und 1591 durch den Baumeister Maximilian von Pasqualini errichtet. Es ist die einzige vollständig erhaltene Renaissanceanlage am gesamten Niederrhein. Die Anlage hat Jahrhunderte überdauert, ohne ihren Charakter zu verlieren.
Das Städtische Museum Schloss Rheydt ist seit 1922 in den Gemäuern. Entsprechend vielfältig sind die Sammlungen: Kunst und Kunsthandwerk der Renaissance und des Barocks, die Bau- und Nutzungsgeschichte des Schlosses und natürlich die Stadtgeschichte Mönchengladbachs. Durch die Kasematten (Festungsanlagen) streift man entlang der Geschichte des Festungsbauwesens. Der Schlosspark bietet romantische Spazierwege und für Besucher:innen auch immer eine kleine Auszeit vom Alltag.
Das TextilTechnikum im Monforts Quartier
Mönchengladbach ohne Textil? Undenkbar. Die Stadt war im 19. Jahrhundert das wichtigste Textilindustriezentrum Nordrhein-Westfalens. Das TextilTechnikum im Monforts Quartier, einer ehemaligen Textilmaschinenfabrik an der Schwalmstraße, trägt dieses Erbe lebendig weiter.
Was hier zu sehen ist, ist international einzigartig. Rund 150 Maschinen, die die gesamte Spanne der textilen Technik abdecken, vom ältesten Handwebstuhl bis zu modernster Technik. Wer eine Führung bucht, erlebt hautnah, wie aus Flachs Faden und aus Faden Gewebe wird. Das TextilTechnikum ist dabei aber kein Museum, das still in der Vergangenheit verharrt. Es kooperiert eng mit dem Textilfachbereich der benachbarten Hochschule Niederrhein und der Textilakademie NRW.
Karnevalsgeschichte im Alten Zeughaus
Karneval gehört zum Niederrhein wie die Marmelade in den Krapfen. Und in Mönchengladbach hat dieses Brauchtum seit 1974 eine ganz besondere Heimstatt gefunden. Das Karnevalsmuseum im Alten Zeughaus an der Weiherstraße ist eines der charmantesten Beispiele dafür, wie bürgerschaftliches Engagement Kulturgeschichte bewahrt.
1974 gründeten sieben Karnevalisten den Verein „Kleiner Rat – Altes Zeughaus“. Der Vereinszweck laut Satzung: die Erforschung und Pflege des heimischen Brauchtums, insbesondere des Karnevals. Heute beherbergt das Gebäude ein Museum mit über 50 historischen Exponaten zur Karnevalsgeschichte der Stadt, darunter ein Archiv der Mönchengladbacher Prinzenpaare seit 1975. Mit zahlreichen Veranstaltungen im Jahr ist das Alte Zeughaus nicht nur Museum, sondern lebendiger Treffpunkt für alle, die den rheinischen Frohsinn lieben.
Übrigens: Alle vier Museen sind mit den Bussen der NEW AG bequem erreichbar, ganz ohne Auto. Ob Abteiberg, Schloss Rheydt, TextilTechnikum oder Altes Zeughaus: einfach einsteigen, zurücklehnen und ankommen. Der nächste Kulturausflug in Mönchengladbach ist also nur wenige Haltestellen entfernt. entfernt.




