Trinkwasser-Wanderweg Süchtelner Höhen

Hochbehälter Süchtelner Höhen von 1907
Hochbehälter Süchtelner Höhen von 1907

Fünf Stationen Wassergeschichte in Viersen

Wasser begleitet unser Leben. Wasser ist wichtig. Wir brauchen es Tag für Tag. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir immer und überall Trinkwasser in bester Qualität zur Verfügung haben.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wuchsen viele Städte wegen der fortschreitenden Industrialisierung zu bevölkerungsstarken Städten heran. Die Wasserversorgung durch Einzelbrunnen, unmittelbar am Haus oder dem Gemeinschaftsbrunnen im Ort, wurde dabei durch eine zentrale Wasserversorgung abgelöst.

Von diesem Brunnen aus wurde zunächst ein kleinerer Kreis innerstädtischer Haushalte versorgt. An der Bleiche in Dülken übernahm am 21. September 1889 das Wasserwerk die Trinkwasserversorgung in Viersen. Die Verbreitung der Trinkwasserversorgung schritt schnell voran, die Trinkwasserabgabe stieg und 1890 wurde das Wasserwerk in Viersen in Betrieb genommen.

Eine moderne öffentliche Wasserversorgung sollte außerdem Wasser an den Zapfstellen in den höher gelegenen Wohnungen der Mietshäuser zur Verfügung stellen und auf den über den Tag stark schwankenden Verbrauch reagieren können. Aus diesem Grund wurden Behälter zwischen Wasserwerk und Verbraucher eingerichtet, die sowohl der Speicherung als auch dem Druckausgleich dienten. Das „Prinzip der kommunizierenden Röhren“, nach dem sich in untereinander verbundenen Rohrsystemen überall der gleiche Wasserstand einstellt, wurde genutzt, um höher liegende Abnehmer zu versorgen. Ein ausreichender Versorgungsdruck entsteht, wenn die Speicher höher liegen als die Zapfstelle. Die natürlichen Erhebungen der Süchtelner Höhen wurden und werden auch heute noch genutzt, um dort hoch gelegene Trinkwassererdbehälter zu betreiben. Im Flachland benötigt man Gebäude – die Wassertürme –, um einen Behälter mit einem Fassungsvermögen von einigen Hundert bis zu mehreren Tausend Kubikmetern Trinkwasser auf eine höhere Ebene zu bringen. Diese Meisterwerke der Baukunst überragen die Kirchtürme und Landschaften einer Stadt und sind oft architektonisch anspruchsvoll erbaut. Sie spiegeln den Zeitgeist ihres Baujahres wieder und gehören zu den schützenswerten industriellen Denkmälern der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung des 19. und 20. Jahrhunderts. Heute betreibt die NEW acht Wasserwerke, unter anderem in Dülken und Viersen. Ein über 400 Kilometer langes Rohrsystem versorgt die Viersener Bürger mit Trinkwasser. Der Wasserturm Windrose mit einem Speichervolumen von 2.000 m³ Trinkwasser und die beiden Hochbehälter auf der Süchtelner Höhe mit einem Gesamtvolumen von 4.000. m³ Trinkwasser dienen dem Druckerhalt und stellen eine stets ausreichende Trinkwassermenge für den Ausgleich von Verbrauchsspitzen zur Verfügung.

Die NEW möchte Sie einladen, einige dieser Bauwerke und Denkmäler auf einer einzigartigen Wanderung kennen zu lernen. Erleben Sie den architektonischen Wandel und den technischen Fortschritt in der Trinkwasserversorgung, indem Sie unserer Wegbeschreibung und der nicht immer direkt erkennbaren Trinkwassertransportleitung zu unseren Wassereinrichtungen folgen. An den einzelnen Stationen der Wanderung erfahren Sie mehr über die 125-jährige Geschichte der Trinkwasserversorgung in Viersen.

Streckeninformationen