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Mobilität im Wandel: Wo ist ein Führerschein noch sinnvoll?

27.05.2026 - Die Kosten für einen Führerschein sind in Deutschland auf einem Rekordhoch. Gleichzeitig entstehen immer mehr Alternativen: Carsharing, Deutschlandticket, On-Demand-Busse. Ist die Fahrerlaubnis noch ein Muss oder längst ein Luxus?
Eine lächelnde Frau sitzt angeschnallt am Steuer eines Autos und blickt aus dem Seitenfenster. Das Bild zeigt die Fahrerin aus einer Perspektive durch die Windschutzscheibe, im Hintergrund sind unscharf Gebäude zu erkennen.

Mit 18 Jahren den Führerschein zu machen war für Generationen von Deutschen so selbstverständlich, wie der erste eigene Haustürschlüssel. Der erste Schritt in die Unabhängigkeit. Doch dieser Automatismus bröckelt. Nicht weil junge Menschen heute weniger mobil sein wollen, sondern weil sich die Frage, wie man von A nach B kommt mit Deutschlandticket, Carsharing-Angeboten und Co., grundlegend verändert hat. Und den Führerschein müssen sich junge Menschen auch erst einmal leisten können.

Führerschein so teuer wie nie 

Wer heute den Führerschein der Klasse B machen will, muss nicht nur Zeit und Nerven investieren, sondern vor allem tief in die Tasche greifen. Zwischen 2.500 und 4.500 Euro kann die Fahrerlaubnis mittlerweile kosten. Und die Kosten steigen seit Jahren überdurchschnittlich stark. 

Doch mit dem bestandenen Fahrtest ist es längst nicht getan. Versicherung, Kfz-Steuer, Sprit und Werkstattbesuche summieren sich Monat für Monat. Für junge Menschen, die noch im Studium stecken oder gerade ihre ersten Schritte ins Berufsleben wagen, kann das zur echten Zerreißprobe für das schmale Budget werden. 

Dabei wandelt sich das Bild von Mobilität ohnehin gerade grundlegend. Mit Deutschlandticket, Carsharing oder flexiblen Nahverkehrslösungen gibt es heute deutlich mehr Möglichkeiten, ohne eigenes Auto auf den Straßen unterwegs zu sein, zumindest in der Stadt.

Stadt und Land: Die Unterschiede bleiben groß 

Lohnt sich der Führerschein noch? Die Antwort hängt heute mehr denn je davon ab, wo man morgens aufwacht. Im ländlichen Raum bleibt das Auto für viele Menschen unverzichtbar. Busse fahren oft seltener, Bahnanbindungen fehlen oder der Weg zur nächsten Haltestelle ist weit. Wer pendelt, Kinder betreut oder im Schichtdienst arbeitet, ist häufig auf maximale Flexibilität angewiesen. Hier bedeutet ein Führerschein oft vor allem Alltagssicherheit. Kein Wunder also, dass laut einer ADAC-Umfrage nur sechs Prozent der jungen Menschen auf den Führerschein verzichten wollen. In der Stadt hingegen weht ein anderer Wind. Rund 30 Prozent der Stadtbewohnenden nutzen überwiegend öffentliche Verkehrsmittel. Viele Menschen kombinieren inzwischen Bus, Bahn, Fahrrad und Sharing-Angebote. Das eigene Auto rückt dabei in den Hintergrund, und mit ihm manchmal auch der Druck, überhaupt einen Führerschein in der Tasche zu haben.

Abbildung einer Glühbirne

Schon gewusst?

Wer weniger als 12.500 Kilometer pro Jahr fährt, kann mit einem Sharing-Modell oft günstiger unterwegs sein als mit einem eigenen Auto. Besonders Zweit- oder Drittwagen lassen sich dadurch ersetzen. Das spart nicht nur Kosten, sondern auch Platz und Ressourcen.

Besonders in urbanen Regionen haben sich neue Mobilitätsformen etabliert. Carsharing ermöglicht es, ein Auto nur dann zu nutzen, wenn es wirklich gebraucht wird. Für den Trip zum Möbelhaus, den Ausflug ins Grüne oder den Umzug. Die Zahlen sprechen für sich: 5,5 Millionen Menschen nutzen in Deutschland Carsharing-Angebote. Die Angebote stehen mittlerweile in über 1.200 Städten und Gemeinden zur Verfügung. Hinzu kommen Bikesharing-Angebote, E-Scooter oder Mitfahrdienste. Viele Menschen setzen inzwischen auf einen bunten Mix verschiedener Verkehrsmittel statt auf ein einziges Fahrzeug. Mobilität wird dadurch flexibler und oft auch günstiger. All das funktioniert aber nur dort, wo die Verkehrsmittel auch verfügbar sind. In kleinen Städten oder auf dem Land herrscht hier oft Fehlanzeige.

Echte Alternativen zum eigenen Auto 

Eine weniger bekannte, aber durchaus reale Alternative ist das private Teilen. Plattformen ermöglichen es Autobesitzenden, ihr Fahrzeug tageweise zu vermieten, statt es in der Garage verstauben zu lassen. Noch niedrigschwelliger funktioniert Privates Carsharing: Wer mit Nachbar:innen ein Auto gemeinsam nutzen möchte, kann dies über einen privaten Nutzungsvertrag regeln. Ganz ohne Führerschein sind Rufbusse und On-Demand-Verkehre interessant. Sie fahren nicht nach festen Fahrplänen, sondern rollen nur dann los, wenn jemand sie per App oder Telefon bestellt.

Führerschein Adé? 

Der Führerschein ist nicht out, er ist aber auch nicht mehr selbstverständlich. Früher war er fast automatisch Teil des Erwachsenwerdens. Heute wird stärker abgewogen: Ist der Führerschein unnötig? Welche Alternativen gibt es vor Ort? Junge Menschen betrachten Mobilität zunehmend pragmatisch. Kriterien wie Kosten, Flexibilität und Zuverlässigkeit spielen eine größere Rolle als klassische Statussymbole. Die Antwort fällt deshalb je nach Lebenssituation unterschiedlich aus. Für manche bleibt der Führerschein unverzichtbar, für andere ist er nur noch eine Option unter vielen. Klar ist: Mobilität wird vielfältiger und individueller. 


Mobilität endet heute nicht mehr zwangsläufig beim eigenen Auto. Mit dem breiten Nahverkehrsangebot der NEW, digitalen Tickets und praktischen Services kommen Fahrgäste flexibel durch Mönchengladbach, Viersen und das Umland. Zusätzlich unterstützt die NEW Mitarbeitende mit verschiedenen Angeboten auf dem Weg zu nachhaltiger Mobilität. 

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